(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Vizebürgermeister Mag. Franz Obermayr zum Thema Feuerwehren im Hochwassereinsatz - Leistungsbilanz)
Vor etwa acht Wochen wurde am 12. August 2002 um 17.30 Uhr in Linz Katastrophenalarm ausgelöst. Grund dafür war der ständig steigende Wasserpegel, vor allem der Donau. Am 13. August erreichte die Donau einen Höchststand von 8,20 Metern. Nachdem die Regenfälle nachgelassen und sich die Lage wieder entspannt hatte, konnte eine Woche später der Alarm nach arbeitsintensiven Einsatztagen und -nächten wieder aufgehoben werden.
Einsätze der Linzer Feuerwehren (7. bis 19. August)
Im Zuge der Hochwasser-Einsatztätigkeit, die vor allem zu Beginn des Katastrophenzustandes rund um die Uhr zu leisten war, wurden Tausende Mannstunden zum Wohle und Schutz der Bevölkerung erbracht.
Bilanz der Berufsfeuerwehr
Technische Einsätze 457
Brandeinsätze 71
Gesamt 528
Von diesen 528 Einsätzen standen rund 70 Prozent direkt im Zusammenhang mit der Hochwassersituation.
Bilanz der Freiwilligen Feuerwehren
Pichling 149
Ebelsberg 106
Pöstlingberg 62
St. Magdalena 24
Gesamt 341 Einsätze
Einsatzschwerpunkte
Folgende Gebiete in und um die Landeshauptstadt gehörten zu den Schwerpunkten der Einsatztätigkeiten:
- Alt-Urfahr-West: Versorgung mit Sandsäcken, Hilfestellung bei der Sicherung von Gütern, Versorgung der Bevölkerung, Aufräumarbeiten.
- Autobahnknoten A1/A7: Menschenrettung, Beseitigung der Überflutung
- Katzbach: Dammsicherung in Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt
- Fischdorf/Gottschalling: Aufräumarbeiten nach Überflutungen durch die Krems
- Puchenau: Taucheinsatz zur Sicherstellung der Wasserversorgung
- Südpark: Pumparbeiten aufgrund des gestiegenen Wasserspiegels
- Rottenegg: überörtliche Hilfe zur Menschenrettung
- Pregarten: überörtliche Hilfe zur Menschenrettung
- Schwertberg: überörtliche Hilfe zur Menschenrettung
Besondere Einsätze
Alt-Urfahr-West
Durch den Maximalpegelstand von etwa 8,20 Metern, der nur noch knapp 1,5 Meter unter dem Jahrhundert-Hochwasser des Jahres 1954 lag, war eine umfassende Einsatztätigkeit in weiten Bereichen von Alt-Urfahr-West notwendig. Die Aufgaben reichten dabei von der Verteilung von Sandsäcken bis hin zu Sicherungsmaßnahmen, Pumparbeiten, Versorgung der Bevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs durch Zillen bis hin zu massiven Anstrengungen bei den Aufräumarbeiten. Das Hochwasser hat Zerstörungen an Häusern und Wohnungseinrichtungen, aber auch nach seinem Rückzug eine massive Verschlammung hinterlassen. Dabei musste Schlamm bis zu einem halben Meter Höhe durch Kräfte des Bundesheeres, der Feuerwehr sowie Mitarbeiter des Magistrates und der Linz AG entfernt werden. Die Entsorgung von großen Mengen an Sperrmüll erfolgte durch die Linz AG.
Autobahnknoten A1/A7
Ausgelöst durch einen Dammbruch der Krems im Bereich Ansfelden, der in der Nachbargemeinde zu massiven Verwüstungen führte, kam es am 12. August 2002 um zirka 22 Uhr zu einer Überflutung des Autobahnknotens A1/A7. Dabei drang das Wasser in einer zirka zwei Meter hohen Flutwelle durch eine geborstene Lärmschutzwand in die Senke des Autobahnknotens. Von Kräften der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehren Pichling und Traun, der voestalpine-Betriebsfeuerwehr und des Bundesheeres wurden mit mehreren Booten insgesamt 54 Personen, die sich teilweise auf Autodächer geflüchtet hatten beziehungsweise an Bäumen festhielten, geborgen und den Rettungskräften übergeben. Von der äußerst dramatischen Rettungsaktion waren zirka 20 Fahrzeuge, darunter LKWs sowie ein Reisebus, betroffen. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang auch die Rettung mehrerer Personen durch Kräfte der Bundespolizei Linz.
Während der Nachtstunden gingen die Wassermassen um etwa zwei Meter zurück. Der Knoten A1/A7 blieb dennoch bis zu einem Meter überflutet und musste daher gesperrt bleiben, was wiederum eine enorme Verkehrsbelastung für den Großraum Linz in den Ausweichrouten durch das Stadtgebiet sowie das Gemeindegebiet Ansfelden zur Folge hatte. Nach Bergung der etwa 20 Fahrzeuge wurde mit großen Anstrengungen versucht, den Verkehrsweg von den Wassermassen zu befreien. Dazu war zusätzlich zum Einsatz von Tauchern der Berufsfeuerwehr (Verschließen von Einläufen) die Verwendung leistungsstarker Pumpen in Zusammenarbeit mit dem Landesfeuerwehrkommando OÖ. und der voestalpine-Betriebsfeuerwehr notwendig. In Spitzenzeiten konnten bis zu 20.000 Liter/Minute Wasser abgepumpt werden. Dadurch war es möglich, die Abfahrt der Richtungsfahrbahn Wien-Salzburg bereits am selben Tag sowie den übrigen Knoten am 14. August freizugeben.
Puchenau
Am 13. August wurde durch die Einsatztaucher der Berufsfeuerwehr in einem überfluteten engen Schacht in einer Tiefe von vier Metern ein geschlossener Schieber geöffnet. Damit wurde die Trinkwasserversorgung für Puchenau wieder sicher gestellt.
Pregarten
Durch die kombinierten Bemühungen von Kräften der Freiwilligen Feuerwehr Selker-Neustadt, der Freiwilligen Feuerwehr Pichling und der Einsatzgruppe Cobra wurden insgesamt acht Personen sowie ein Hund aus einer lebensgefährlichen Situation gerettet. Besonders hervorzuheben ist dabei der Einsatz des Schlauchbootes der Freiwilligen Feuerwehr Pichling, das aufgrund der sehr starken Strömung als einziges in der Lage war, diese Bergungen vorzunehmen. Die Kameraden riskierten dabei ihr eigenes Leben.
Pöstlingberg
Die Wehranlage am Dießenleitenbach in Höhe des Hauses Kokoweg 7 konnte aufgrund des hohen Wasserdrucks nicht mehr geöffnet werden. Das Wasser suchte sich daher seinen Weg unter anderen durch die Wäscherei Obermayr und die an die Häuser Bachlbergweg 45 und 47 angrenzenden Gärten. Mit Hilfe von Sandsäcken gelang es der Freiwilligen Feuerwehr Pöstlingberg, das Wasser von diesen Gebäuden fernzuhalten und ein Unterspülen der Grundmauern zu verhindern. Die Reinigung der stark verschlammten Straßen und Gärten erfolgte unter Mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr St. Magdalena.
Weitere Gesprächspartner:
Branddirektor Dipl.-Ing. Wolfgang Kaplan
BrOR Dipl.-Ing. Gerhard Greßlehner
BrOR Dipl.-Ing. Dr. Christian Puchner
Kinder- und Jugendbuchtage
Kunstauktion zur Eröffnung
Mit einer Kunstauktion werden die achten Linzer Kinder- und Jugendbuchtage am Mittwoch, 16. Oktober 2002, ab 18 Uhr im Neuen Rathaus eröffnet. Dabei kommen Werke von Mädchen und Burschen des städtischen Kindergartens Biesenfeld, der Bertha-von-Suttner-Schule (VS 2) und der Hauptschule der Kreuzschwestern sowie folgender KünstlerInnen zur Versteigerung: Herbert Friedl, Gertraud Koller, Doris Miedl-Pisecky, Oswald Miedl, Milan, Robert Oltay, Karl Rametsteiner und Erich Wulz. Der Reinerlös ergeht an den Verein der Freunde der Caritas für die Fertigstellung des Zentrums St. Lukas in Weißrussland zur Betreuung krebskranker Kinder.
Bis 19. Oktober dreht sich bei der schon traditionellen Buchmesse alles um das Buch. 3000 Neuerscheinungen sowie ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Lesungen, Theateraufführungen, Workshops und Gewinnspielen erwarten Jung und Alt.
Die Kinder- und Jugendbuchtage werden von der Stadtbibliothek Linz und den Linzer Buchhändlern mit Unterstützung vom Land OÖ, Radio OÖ, der HYPO Landesbank, der Wiener Städtischen und dem Rahmen- und Kunsthandel Kunststücke veranstaltet.
www.linz.at - Stadtbibliotheken
zur Fotogalerie
Linzer Frauencard sehr begehrt