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STADTPLANUNG/BAU
Presseaussendung vom 24.09.2014

Künftige Nutzung und Gestaltung des Winterhafen-Areals

Neuer Ansatz in der Linzer Stadtplanung

Linz braucht neue Zielsetzungen und genau definierte Gebiete für die Stadtentwicklung. Im Sinne einer effizienten Vorgangsweise bietet sich der Weg der „Integrierten Stadtentwicklung“ an, indem jeweils für einen bestimmten Sektor der Stadt zunächst alle Lebensqualität relevanten Ausgangslagen, die regionalen Stärken und Schwächen sowie die beabsichtigten regionalen Entwicklungsziele dargelegt werden. Auf dieser Basis erfolgt anschließend in einem integrierten Planungsprozess der jeweils zuständigen Stadtdienststellen und -behörden die Ausarbeitung von Fach-Planungen für einzelne Aspekte in der jeweiligen Stadtregion. Diese regionalen Fach-Pläne werden schließlich zu einer regionalen Entwicklungs-Agenda verdichtet und auf diesem Weg zu einer umfassenden Entwicklungsagenda für die gesamte Stadt zusammengeführt. All dies unter Einbindung der regionalen gesellschaftspolitischen Ak-teure und speziell unter Einbindung der regionalen Bevölkerung.

Kernziel dieser „Integrierten Stadtentwicklung“ ist es, Stadtregionen (und damit sukzessive das gesamte Stadtgebiet) effizient und ohne planerische Widersprüche beziehungsweise ohne teure Infrastruktur-Nachrüstungen in einem bürgernahen Gestaltungsprozess „aus einem Guss“ für die Zukunft zu adaptieren. In deutschen Vorbild-Projekten werden insbesondere die folgenden Lebensqualität relevanten Handlungsfelder bei „Integrierter Stadtplanung“ aufgelistet: Wohnen, Stadtteilwirtschaft, Nahversorgung, Grünräume, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Umweltqualität, Nachhaltigkeit im Ressourcenverbrauch, Kinderbetreuung, Bildungsangebote, soziale Infrastruktur, Kulturangebote, Verkehr, Parken und Denkmalschutz.

Unter diesen Prämissen hat der Linzer Gemeinderat am 10. April 2014 einstimmig den folgenden Antrag zur weiteren Bearbeitung an den Ausschuss für Stadtplanung herangetragen:

„Das für Raumplanung zuständige Mitglied des Linzer Stadtsenates wird ersucht, aufbauend auf erfolgreichen Modellprojekten „Integrierter Stadtentwicklung“ in Deutschland auch für Linz einen entsprechend effizienten, bürgernahen und zukunftsweisenden Prozess der umfassenden Stadt(teil)-entwicklung in Gang zu bringen, indem aufbauend auf geographischen Planungsrastern jeweils regionale Entwicklungsziele, regionale Gestaltungsfelder und regionale Handlungsbedarfe definiert werden und nach einem mittelfristig ausgelegten Zeitplan einer Erledigung zugeführt werden. Eine erste Modellregion für diesen neuen Ansatz der Linzer Stadtentwicklung würde sich mit der dringend notwendigen Neugestaltung der Linzer Stadtregion im Dreieck Tabakfabrik-Winterhafen-Handelshafen anbieten.“     

Diese Beschlusslage ist Ausgangspunkt der heutigen Pressekonferenz von Wohnungs- & Tourismusreferent Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier zusammen mit dem Geschäftsführer der AREV, Mag. Gerald Hommer. Konkret stehen das künftige Nutzungs-Potenzial und die künftige landschaftliche Gestaltung des Winterhafen-Areals im Fokus.

Winterhafen-Areal

Vergangenheit – Gegenwart - Zukunft

Historisch betrachtet ist der heutige Winterhafen das letzte Überbleibsel eines einstigen Nebenarms der Donau, der dort vom Hauptfluss abgezweigt hat, wo das alte Zollamt steht. Von dort weg führte der Nebenarm entlang der heutigen Achse Eisenhahngasse-Lederergasse-Tabakfabrikgelände wieder dem Donaustrom entgegen. Angesiedelt waren am Nebenarm insbesondere Gewerbe-Betriebe mit hohem Wasserbedarf (zB. Gerber, Färber etc.). Die Insel zwischen Haupt- und Nebenarm („Wörth“) wurde landwirtschaftlich genutzt – bis zum Hochwasser 1572: da bahnten sich die reißenden Wassermassen nämlich ihren Weg direkt durch die Donauinsel. Der einstige Nebenarm verlandete zusehends, der neue Nebenarm wurde zum „Fabriksarm“, an dem  sich Schiffsbetreiber ansiedelten und die ersten Linzer Industriebetriebe (zB. Stadtbräuhaus, Wollzeugfabrik usw.).

Donau-Hauptfluss (links) und der einstige Fabriksarm bei Linz (Foto: Archiv der Stadt Linz)

Donau-Hauptfluss (links) und der einstige Fabriksarm bei Linz (Foto: Archiv der Stadt Linz)

Ende des 19. Jahrhunderts setzte die Regulierung der Donau ein und auch das Verschwinden des „Fabriksarmes“. Dieser wurde von 1889-1892 weitge-hend zugeschüttet. Bis heute erkennbar geblieben ist nur mehr der unterste Ausläufer – eben der Winterhafen. Dieser wurde 1897-1900 zunächst gestaltet, um die Donauschiffe vor Eis zu schützen. Die davor genutzten Winterquartiere in Form natürlicher Buchten waren nämlich durch die Donauregulierung weitgehend verschwunden. Zu Zeiten der beiden Weltkriege war der Winterhafen jeweils Marinestützpunkt, wovon heute noch die Bunker zeugen. Diese Befestigungen dienten zu Kriegszeiten der Lagerung beziehungsweise Verladung von Treibstoffen und Schmiermitteln für die Kriegsschiffe.

Erstes Netzwerk-Treffen am 26. September 2014

Gemeinsames Kernanliegen von Wohnungs- und Tourismus-Ressort einerseits und der im Winterhafen-Areal stark engagierten AREV ist eine Aufwer-tung des Stadtgevierts in Hinblick auf Erscheinungsbild, Nutzungsmöglichkeiten und Lebensqualität.

Dazu wird es auf Initiative von Vbgm. Mag. Bernhard Baier am kommenden Freitag, 26. September 2014, ein erstes Netzwerk-Treffen zusammen mit der Liegenschafts-Eigentümerin viadonau und den entlang des Geländes tätigen Unternehmen beziehungsweise Vereinen kommen. Ziel ist, gemeinsame Verbesserungsvorschläge für das Stadtviertel zu erarbeiten und darauf aufbauend einen kommunalpolitischen Stadtgestaltungs-Prozess in die Wege zu leiten.

Grundsätzlich hält Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier fest: „Als Vizebürgermeister und Tourismusreferent der Stadt Linz ist mir besonders daran gelegen, unsere Stadt mit Grünflächen sowie Freizeit- und Erholungsräumen zur Donau hin zu entwickeln. Das Gebiet im Dreieck Tabakfabrik-Winterhafen-Handelshafen ist meiner Ansicht nach eine zentrale Entwicklungsachse für die Zukunft der Stadt Linz. Was den konkreten Bereich des Linzer Winterhafens anbelangt, sind der derzeitige gestalterische Zustand, damit Erscheinungsbild und Nutzungsmöglichkeiten für die Linzer Bevölkerung und die Gäste der Stadt, sicher nicht optimal. Daher lade ich ein, zusammen mit der Liegenschaftseigentümerin via donau und der AREV Immobilien GmbH gemeinsame Ideen und Vorstellungen über die künftige Gestaltung und Nutzung des Winterhafen-Areals zu entwickeln.  Dabei ist mir im Sinne eines offenen, zukunftsweisenden Dialogs insbesondere daran gelegen, die am Winterhafen angesiedelten beziehungsweise tätigen LiegenschaftspächterInnen so einzubinden, dass deren Aktivitäten  nach einer Neugestaltung des Areals nicht behindert, sondern wo nur möglich sogar noch begünstigt werden.“

Grundsätzlich notwendig sind auf alle Fälle

  • Zugangsmöglichkeiten zur Wasserfläche 
  • Bessere Gliederung des Areals durch Grünflächen und Bepflanzung 
  • Angebote, die zur Nutzung und Belebung einen Beitrag leisten 
  • Anbieten würde sich angesichts der derzeitigen Pächter-Struktur ein Nutzungs-Mix aus Wassersport und attraktiven Strandmöbeln zum Chillen mit Blick auf Wasser, Sportler und auf die Trockendocks.

Jenseits des Donaudammes auf Höhe Winterhafen hat die viadonau mittlerweile einen wichtigen landschaftsgestalterischen Impuls gesetzt: durch die Aufschüttung von 14.000 Kubikmeter Schotter ist ein natürliches Eldorado für die Donaufische, aber auch für erholungs- und sonnenhungrige Bürgerinnen und Bürger entstanden. Ein weiterer derartiger Impuls ist seitens der viadonau direkt an der Donau auf Höhe Alt-Urfahr vorgesehen. 

Schotterbank

Im Sinne der integrierten Stadtplanung ist es aber auch ein zentrales Anliegen, die infrastrukturelle Nahversorgung für jene Linzerinnen und Linzer sicherzustellen, die die Wohnanlagen direkt am Winterhafen-Becken bezogen haben oder noch beziehen werden.

Derzeit bestehen dort nämlich erhebliche Probleme, was die Zufahrt anbelangt sowie Defizite was die wohnungsnahe Infrastruktur oder die Anbindung an das übrige Stadtgebiet anbelangt. Integrierte Stadtplanung soll derartige stadtplanerische „Insel-Lösungen“ in Hinkunft vermeiden. Im Fall der Winterhafen-Siedlung sind im Sinne der Lebensqualität jetzt jedenfalls entsprechende Verbesserungen und Nachrüstungen zu erarbeiten.

Verkehrsproblematik an der Donaupromenade

An der Donaupromenade/Winterhafen entstanden in den letzten 6 Jahren 268 Wohnungen samt 486 Stellplätzen die vornehmlich in Tiefgaragen situiert sind. Diese Wohnungen werden durch die AREV verwaltet und dementsprechend ist uns die Problematik der Bewohner in Bezug auf die angespannte Verkehrssituation ein großes Anliegen.

Die ursprünglichen Konzeptionen zu dieser Thematik sahen andere verkehrsplanerische Lösungen vor, die jedoch aus verschiedenen Gründen nicht realisiert wurden. Demzufolge ist die jetzige Verkehrssituation vor allem in den Morgen- und Abendstunden schwer beherrschbar. Es wurden unsererseits bereits mehrere Verbesserungsvorschläge an die Linzer Verkehrsplanung herangetragen und nun hoffen wir, dass zumindest Interimslösungen umgesetzt werden.

Die langandauernde Stadtflucht wandelte sich vor wenigen Jahren um zu einem vermehrten Zuzug in die Stadt Linz. Es würden an beiden Donauufern Flächen für attraktive Wohnformen geeignet sein. Doch gilt es auch die notwendigen Rahmenbedingungen insbesondere im Sinne von Verkehrslösungen zu schaffen, denn der Verweis auf das bisher existierende öffentliche Verkehrsnetz wird zukünftigen BewohnerInnen wohl zu wenig sein.

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Wohnungs- und Tourismusreferent Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier zusammen mit AREV-Geschäftsführer Mag. Gerald Hommer über die künftige Nutzung und Gestaltung des Winterhafen-Areals)

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Fax: +43 732 7070 54 2110
E-Mail: info@mag.linz.at

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