COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) ist eine chronische Entzündung der Bronchien und der kleinsten Atemwege mit Zerstörung der Lungenbläschen, aus der ein Emphysem (Überblähung der Lungen) resultiert. COPD ist an Husten mit Auswurf über mindestens drei Monate in zwei aufeinander folgenden Jahren und zunehmender Atemnot durch eine progressive Verengung der Atemwege erkennbar. Rund 80 Prozent der Erkrankungsfälle sind auf das Rauchen zurückzuführen. Durch eine dauernde Überlastung mit Schadstoffen wird die Schleimhaut zunehmend geschädigt und der Schleimtransport auf ein Zehntel reduziert. Es kommt zu einer chronischen Entzündung und Zerstörung der Lunge.
Die COPD-Funktionsdiagnose im AKh Linz umfasst die Spirometrie (einfacher Atemtest), die Bodyplethysmographie (hier werden Lungenvolumina und Atemwiderstand gemessen), die CO-Diffusionsmessung (Messung des Lungen-Gasaustausches und Feststellung von Lungenemphysem), die Blutgasanalyse (zur Feststellung von Sauerstoffmangel oder Erhöhung der Kohlensäurespannung als Spiegel einer beeinträchtigten Atmung), Ergospirometrie (Leistungstest) sowie Atemdruckmessung. Rund 17.000 Atemfunktionstests und an die 13.000 Blutgasanalysen werden jährlich im Atemfunktionslabor der AKh-Lungenabteilung durchgeführt.
Durch eine Optimierung der medikamentösen Behandlung verbunden mit einem gezielten Atemmuskel-training kann Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der PatientInnen wesentlich verbessert werden. Dementsprechend bietet das AKh Linz Betroffenen eine pneumologische Rehabilitation. Sie besteht aus Inhalationstraining, individueller Medikation, Unterstützung beim Ausstieg vom Rauchen und Atemmuskeltraining. Bei schwerster COPD besteht auch die Möglichkeit einer operativen Lungenvolums-eduktion oder Lungentransplantation. Hier wird im Vorfeld zur optimalen Diagnose eine hochauflösende Computertomographie der Lunge durchgeführt. Zusätzlich kann gemeinsam mit dem Institut für Physikalische Medizin COPD-PatientInnen ein systematisches Körperausdauer- und Krafttraining angeboten werden.
Da die über 2000 verschiedenen Schadstoffe im Zigarettenrauch die Hauptauslöser für COPD sind, bietet die Lungenabteilung des AKh Linz gemeinsam mit der Liga Leben und Gesundheit zweimal jährlich ein Rauchausstiegs-Seminar an. Es handelt sich um ein gruppendynamisches Entwöhnungsseminar, bei denen die TeilnehmerInnen an acht Abenden im Zeitraum von drei Wochen ärztlich betreut und begleitet werden. Die Erfolgsquote des 1987 erstmals durchgeführten Seminars beträgt 60 bis 65 Prozent Zigarettenentzug. Am Beginn der Seminare absolvieren alle TeilnehmerInnen einen Lungenfunktionstext.
Ein Schwerpunkt der Abteilung betrifft den gastro-ösophagealen Reflux und seine Auswirkung auf die Atemorgane. Hinter manchem chronischen Husten verbirgt sich ein Säurerückfluss aus dem Magen in die Speiseröhre und weiter nach oben. Refluxpatienten werden umfassend mit NNH- und Thorax-CT, Video-Schluckstudie, Ösophagogastroskopie, pH-Metrie, Druckmessung in der Speiseröhre und mit Atemtests abgeklärt. Beim gastro-ösophagealen Reflux besteht eine enge Kooperation mit der II. Chirurgie. Die Lungenabteilung befasst sich aber auch mit der Diagnostik und Therapie schlafassoziierter Atemstörungen. Zusammen mit der Neurologie wird als Unikat in Österreich ein interdisziplinäres neurologisch-pneumologisches Schlaflabor betrieben.
Die Abteilung ist mit moderner Videobronchoskopie und Videothorakoskopie ausgestattet. Die Bronchoskopie wird dabei nicht nur zur Diagnostik entzündlicher, infektiöser und tumoröser Erkrankungen eingesetzt, sondern auch zur palliativen Behandlung von stenosierenden Bronchialtumoren, d.h. zur Rekanalisation durch Tumor verlegter Bronchien. Die Pneumologie des AKh Linz betreibt als einzige Fachabteilung Österreichs Hochfrequenzeingriffe (Diathermie) am Bronchialsystem. Nach Tumorabtra-gungen erfolgt eine ergänzende Chemotherapie zur Optimierung der Ergebnisse. 2008 beteiligte sich die Lungenabteilung an 10 internationalen multizentrischen Studien. Dadurch ist sie in der Lage, Betroffenen die modernste Tumorbehandlung auf aktuellstem Wissensstand anzubieten. Mit 16 Tuberkulosebetten inklusive Isolationszimmern mit Schleuse und Unterdruck gilt die AKh-Lungenabteilung auch als TBC-Zentrum Oberösterreich.
Video zum Thema Schlaflabor:
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